Kosmometrie


Geometrien als Schöpfungsmuster  

 

 

Die Göttin ist die Gebärende und Nährende allen Seins

Kornmutter und Meeresmutter

Donaueschingen – Die Göttin der Erde, der Quellen und des Meeres

Sie wurde verehrt als Mutter der Erde, des Meeres und des Sternenhimmels – Stella Maris.

Der Weg, der heute Jakobsweg heisst, ist ein alter Mutterweg – nach Westen gerichtet.

Im Westen geht die Sonne unter und kehrt zurück in den Schoss der Göttlichen Mutter.

Im alten Ägypten hiess es, der Sonnengott Ra kehrt jeden Abend in den Schoss der Mutter zurück und wird jeden Morgen aus ihr wieder neu geboren.

Avalon liegt im Westen. Die Westwege führen Richtung Meer, Richtung Unendlichkeit und Ursprung. Santiago de Compostela, war ein Heiligtum der Göttin Brigid und Compostela heisst Sternenfeld.

Die Westwege richten sich auch auf das Sternbild Sirius aus, das mit Isis gleichgestellt wurde.

Viele Templerburgen, -kirchen und Komtureien liegen auf diesen Westwegen. Viele der Rosetten der französischen Kathedralen zeigen Richtung Westen. Sie heissen sehr oft Notre Dames und es ist zu lesen, dass damit auch die Mondgöttin Diana gemeint war.

Es gibt einen wunderschönen Film über  biolumineszierende Meeresgeschöpfe von Hashem Al Ghaili. Diese Meereswesen sind nicht nur meistens sichtbar geometrisch verkörpert sondern zeigen auch die fliessenden Farben, die meiner geometrischen Schöpfungsvision sehr nahe kommen: Dass wir als Grundmatrix aus dem Schöpfungsraum der Göttlichen Mutter (die auch für das Meer stand) in fliessenden farbigen geometrischen Mustern erschaffen wurden.

Ernst Haeckel zeichnete die Radiolarien schon im 19. Jhd.. Scott Draves hat seine Zeichnungen farbig am Computer bearbeitet: http://draves.org/pix/kdn/

Sie zeigen die vielfältigsten  geometrischen Schöpfungsformen:

 Meerestiere

‚Jener ‚Urgedanke der Menschheit‘, die Astrologie, hat gewiss beim Mond angefangen. Wie draussen Ebbe und Flut, so lenkt der Mond die Gezeiten der inneren Lebenswasser, ihre Welle zieht ihm nach.

Maria auch als Meeresmutter in der Kathedrale von Bayeux

Maria auch als Meeresmutter in der Kathedrale von Bayeux     Bild r.e.

Doch warum nur in der Frau?

Darwin meinte bekanntlich, da tierisches Leben den grössten Teil seiner Entwicklung im Meer verbraucht, so habe sich dessen Rhythmus durch unausdenkbar lange Zeiträume allem Lebendigen und seinen physiologischen Funktionen einverleibt, so dass jenes Flutphänomen auch die Landabkömmlinge noch durchpulst, und zwar ausschliesslich Weibchen, weil ja die längste Zeit in den marinen Formen noch Parthenogenese herrschte. In dem weit später entstandenen ‚Männlichen‘ war die Fixierung des Mondflutrhythmus nicht so tief und verlor sich am Land wieder.‘

Aus: Sir Galahad: Mütter und Amazonen, Ullstein 1981, 180

Nach Joachim Ernst Behrendt war der erste wahrnehmbare Rhythmus der Menschen die Menstruation der Frau. Sie stand im Zusammenspiel mit dem sich wandelnden Mond und den wechselnden Gezeiten. Interessant ist, dass das lateinische Wort ‚mens‘ meist mit Verstand übersetzt wird. Schaut man in das Wörterbuch findet sich dort aber auch neben Denkart – Sinnesart und Gemüt / Gemütsaffekte. Und unter ‚menstruus‘: monatlich. Also Menstruation als monatlicher Rhythmus, der im Zusammenspiel mit Denkart, Sinnesart und Gemütsbewegungen steht und eine Masseinheit darstellt, die gemessen werden kann. J.E. Behrendt hat es im Zusammenhang mit Metrum – von griech. metron ( e = epsilon): Mass, Strecke, Länge, Ziel, Reife, Silbenmass, Versmass, aber auch mit griech. mätra (ä = eta): Gebärmutter, Mutterleib gesehen. Ich war längere Zeit unsicher, ob es sich, wenn auch inhaltlich zusammenhängend, beides zusammen ableiten lässt. Aber es interessierte mich, da ja auch zu dem Wort Geo-metrie die gleiche Frage auftaucht. Gewöhnlich wird es übersetzt abgeleitet von (griech.)  metrein: messen und daher mit Erdvermessung in Zusammenhang gestellt.

Aber was ist mit der Göttin Demeter? Demeter wird sich sicherlich von Gebärmutter / Mutter abgeleitet. Das ‚De‘ bzw. der Buchstabe Delta im Griechischen sieht aus wie ein Dreieck. Und das Dreieck war in Ägypten ein Ursymbol der Göttin. Interessant in diesem Kontext ist, dass Platon, der, obwohl in die Mysterien der Göttin eingeweiht sich in seinen Schriften weitestgehend von der Göttin gelöst hat, dennoch sehr detailliert beschreibt, wie sich die ‚Platonischen Körper‘ alle aus Dreiecken zusammensetzen.

Demeter war die Grosse Göttin, Nährende der Erde, Weise der Erde und des Meeres. Das findet sich bei Wikipedia:

Demeter (griechisch Δημήτηρ, Δήμητρα, Δηώ)

Demeter (griechisch Δημήτηρ, Δήμητρα, Δηώ) ist in der griechischen Mythologie eine Muttergöttin aus dem griechisch-kleinasiatischen Raum. Sie gehört zu den zwölf olympischen Gottheiten, den Olympioi, und ist zuständig für die Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und der Jahreszeiten. Demeters römischer Göttername ist Ceres.

Andere Namen und Titel von Demeter waren „Despoina“ (Gebieterin), „Daeira“ (Göttin), „Chloe“ (Die Grünende), „Gerstenmutter“, „Weise der Erde“, „Weise des Meeres“ und „Überfluss“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Demeter

Einen weiteren Hinweis, dass sich Geometrie nicht allein von metrein – messen ableitet sondern auch oder ursprünglich von Mutter und Gebärmutter habe ich im Tübinger Hausbuch gefunden (s.a. folgendes Kapitel: http://www.kosmometrie.net/content/die-sieben-freien-kuenste-und-das-geheimnis-der-sieben-2/), das aus der Mitte des 15. Jhd. stammt.

Tübinger Hausbuch – Die sieben freien Künste                                                 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tuebinger_Hausbuch_Freie_Kuenste.jpg

Links aussen befindet sich die Kunst Geomatria. Es war also bekannt. Und ‚matria‘ leitet sich definitiv von ‚mätra‘ ab. Interessant ist auch die Figur des Schnitters mit dem Korn auf dem Kopf.

Denn das Korn war ein Attribut der Göttin und in einer ihrer dreifältigen Form war sie die manchmal auch gefürchtete Alte, weil ‚Schnitterin‘, weil vom Leben in den Tod bringende, die Ernte einholende. Gleichzeitig aber auch die in die Wiedergeburt führende. Und damit sind wir wieder beim Meer. Die Sonne als Symbol für die sichtbare Welt des Lebens, die Lebenszeit und das Meer und der Mond das Symbol für das dahinterliegende, für den Zyklus zwischen Werden, Vergehen und Wiedergeburt, aber auch für die Unsichtbare Welt, die hinter allem Sichtbaren meist verborgen ist. Es sei denn die Göttin lüftet die Schleier oder lässt sich unter den Schleier schauen.

Das Jesuskind, das den Schleier lüftet

                                 Saint Chapelle – Paris