Kosmometrie


Geometrien als Schöpfungsmuster  

 

 

 

Kloster Zinna

Kloster Zinna

Der Ursprung der Tempelritter lässt sich bis auf Bernhard von Clairveaux zurückführen. Neun Ritter wurden nach Jerusalem ausgesendet. Offiziell um die Pilger und die Pilgerwege zu beschützen. Inoffiziell um einen Schatz zu finden. Das ist natürlich umstritten und lässt sich auch nicht vollständig beweisen. Aber es spricht einiges dafür. Und es spricht vieles dafür, dass sie neben einem großen Wissen zum Bau von Tempeln und Kathedralen um die Bedeutung der Göttlichen Mutter wussten.

Bei einer Spurensuche nach den Zeichen der Templer und deren Wissen um die Schöpfungsmuster gelangte ich zur ehemaligen Zisterzienserabtei Kloster Zinna. Ein Deckengewölbe zeigte die Distel.

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Kloster Zinna

Nach der Symbolik gefragt, antwortete mir ein Mitarbeiter, es sei die Symbolik für die Armut der Zisterzienser und das gelebte einfache Leben der Ordensangehörigen. Ich hatte meine Zweifel, fand aber längere Zeit nichts zum Thema der Distel.

Mehr und mehr wurde ich aber besonders durch den Besuch der Kathedralen und der in ihnen enthaltenen Symbolik, die immer wieder auf die Verehrung der Göttlichen Mutter hinweist, auf die Templer und deren Wissen und damit auf die unmittelbare Präsenz der Göttlichen Mutter hingeführt. Viele der Kathedralen in Nordfrankreich entsprechen in ihrer Stellung zueinander dem Sternbild der Jungfrau. Längere Zeit habe ich mich gefragt, woher die Erbauer das gewusst haben können. Eine Erklärung sagt, dass die Templer ein enormes Wissen aus dem Heiligen Land mit nach Europa brachten. Es spricht einiges dafür. Eine tiefere Antwort kam eines Nachts zu mir. Ich hatte eine Erfahrung des Einheitsbewusstseins der alten Völker. Dabei war es selbstverständlich, mit allem verbunden zu sein. Die Wege, Plätze und Linien der Erde genauso zu spüren, wie die Verbindungen in den Kosmos hinein. Woher kennen die Vögel ihre Flugbahnen? Nachdenken hilft ihnen sicher nicht. Daher bin ich der Überzeugung, dass die Kathedralen auf den kosmischen Erdfeldern gebaut wurden, an denen in frühen Zeiten die Göttliche Mutter verehrt wurde. Chartres z.B. wurde auf einem Quellheiligtum erbaut, die Quelle später zugeschüttet.

Monate später fand ich in einem Buch von Kirsten Armbruster die Distel und deren ursprünglicher Symbolik wieder, wie sie es beschreibt: ‚Ein bis heute im Baskenland bekanntes Symbol für die weibliche Sonne ist die Sonnendistel Eguzkilore, die heute noch viele baskische Häuser ziert. Die Sonnendistel Eguzkilore ist bei den BaskInnen das Symbol für die Sonnenkönigin Ekhi und ziert bis heute noch baskische Häuser. Die Sonnendistel gehört zur Familie der Asteraceae Compositae. Dieser Name ist interessant, ist doch bis heute die Astronomie und auch die Astrologie die Lehre über die Sternenkunde und das Wort Compositae haben wir ja bereits im Jakobswegbuch mit Compostela und Kompost und Kompostieren und somit mit dem magischen Tod-in-Lebenswandelprozess in Verbindung gebracht, der im Wiedergeburtsglauben der alten Religion von Gott der MUTTER verankert ist.

Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – auf den Spuren von Gott der MUTTER, Norderstedt 2014, 63f.

 

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Die große Göttliche Mutter war alles. Himmel und Erde, Sonne und Mond und die Mutter aller Geschöpfe. Sie wurde dreifältig verehrt als Jungfrau, Mutter und die Alte, die vom Tod wieder ins Leben bringende. Sie war und ist Himmelskönigin und Mutter Erde, die alles Leben schützt und erhält.

Sie ist die Schöpferin.

Nach Armbruster steht die Distel für die Sonne als ein Aspekt der Göttlichen Mutter und ist der achtstrahlige Stern ein Symbol von ihr, 4 Jahreszeiten und 4 Feste der Göttlichen Mutter repräsentierend.

Auch wenn die Sterne häufig als Symbole gedeutet werden, ebenso wie die Mandalas in asiatischen Kulturräumen und das sicher auch sind, halte ich die Darstellung von Sternen und Blumen in und an sakralen Bauten für mehr als das. Sie sind Darstellungen der Schöpfungsmuster. Und die Templer und ihre Baumeister scheinen davon etwas gewusst zu haben.

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Jüterborg