Kosmometrie


Geometrien als Schöpfungsmuster  

 

 

Am Anfang schuf die Göttin Himmel und Erde

Die Himmelskönigin von St. Märgen

 Die Himmelskönigin von St. Märgen

Das kennen wir:

‚Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde aber war wüst und wirr,
Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.‘

Gen. 1,1 – 1,2 https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/gen1.html

Das sollte in Vergessenheit geraten:

„Am Anfang war Eurynome, die Göttin aller Dinge. Nackt erhob sie sich aus dem Chaos. Aber sie fand nichts Festes, darauf sie ihre Füsse setzen konnte. Sie trennte daher das Meer vom Himmel und tanzte einsam auf seinen Wellen. Sie tanzte gen Süden; und der Wind, der sich hinter ihr erhob, schien etwas Neues und Eigenes zu sein, mit dem das Werk der Schöpfung beginnen konnte. Sie wandte sich um erfasste diesen Nordwind und rieb ihn zwischen den Händen. Und siehe da, es war Ophion, die grosse Schlange. Eurynome tanzte, um sich zu erwärmen, wild und immer wilder, bis Ophion lüstern geworden, sich um ihre göttlichen Glieder schlang und sich mit ihr paarte. So ward Eurynome vom Nordwind, der auch Boreas genannt wird, schwanger.“
Aus: Straube, Ingrid: Die Quellen der Philosophie sind weiblich, Aachen 2003 zit. nach Ranke-Graves, Robert v.: Griechische Mythologie, Hamburg 1984, 22ff.

Bei Platon ging das so:

Timaios: Als aber das All anfing, geordnet zu werden, da zeigten zunächst Feuer und Wasser und Erde und Luft Spuren ihres eigenen Wesens; doch befanden sie sich noch durchaus in dem Zustand, in dem sich naturgemäß jegliches befindet, solange Gott von ihm fern ist, und so, wie diese damals von Natur aus entstanden waren, gab er ihnen damals nach bestimmten Formen und Zahlenverhältnissen ihre Gestalt. Nachdem sie vorher nicht so gewesen waren, fügte er sie zusammen, so schön und so gut als irgend möglich – dieser Satz soll uns nun für immer bei allem
zugrunde gelegt sein.
Vgl.: http://12koerbe.de/pan/timaios2

Wenn das Göttliche der Ursprung aller Dinge ist, wie kann es dann etwas vor dem Göttlichen gegeben haben? Und wo kam dieser Gott her, der dann für Ordnung sorgte? Wirklich nachvollziehbar oder logisch ist das nicht.
Während die Göttin sich aus dem Chaos erhob und auf dem Urmeer tanzte, war das männlich Göttliche vom Ursprung getrennt, schwebte über den Wassern und gab dem Ganzen nach Formen und Zahlen Gestalt. Die Göttin war das Ganze, der Gott war vom Ganzen getrennt.

Was haben die Schöpfungsmythen mit Kosmometrie zu tun?

Bei Platon schafft der Gott Ordnung mit Form und Zahl. Seine Formen sind geometrisch. Aber es besteht eine Trennung. Und mit diesem Getrenntsein haben wir sehr viel immer wieder zu tun.

Wenn ich die kosmischen Geometrien wahrnehme, nehme ich sie als Schöpfungsformen wahr, die wie ein Gewebe sind, welche die wahrnehmbare und sichtbare Welt erst ermöglichen. Aber es gibt keine Trennung.

In vielen Schöpfungsgeschichten war die Göttin der Ursprung allen Seins und auch des Nichtseins, wobei Sein und Nichtsein eine Einheit waren. Auch diese Trennung kam später. Die Göttin wurde nie getrennt von ihrer Schöpfung dargestellt.

Je mehr ich mich mit den kosmometrischen Zusammenhängen und Betrachtungsweisen durch die Jahrhunderte, durch Geschichte, Kultur und Religionen bewege, umso mehr begegneen mir Hinweise darauf, dass das über Jahrhunderte bis ins Mittelalter und darüber hinaus auch noch lebendig war, gesehen und wahrgenommen wurde.

Meine erste Begegnung mit den Geometrien als Schöpfungsmuster war eine visionär, mediale Schau. Ich habe mich dabei nicht vorrangig damit beschäftigt, ob es männliche oder weibliche Schöpfungsmuster sind. Geometrien sind meist symmetrisch und so ging es mir eher um Balance, Gleichgewicht und Harmonie. Es war und ist erlebt zutiefst beglückend.

Aber immer wieder wurde ich zur Göttin geführt, teils sogar viel Widerstand dabei erlebend.
In einer Nacht begegnete mir die Göttin und ich erlebte, wie sie einen Schleier von mir wegzog und sich dann in ihrer unglaublichen fruchtbaren Fülle, sichtbar in der Natur und als Hüterin allen Lebens zeigte.
In einer anderen Vision und jetzt wird es wirklich kosmometrisch, zeigte sie sich als dunkler Schöpfungsraum, in dem sich leuchtende Geometrien, in ihren Farben und Formen fortwährend verändernd bewegten. Es war von unglaublicher Schönheit und Kraft.

Wenn ich mich dort hineinspüre, sehe ich den dunklen unendlichen Raum, der weiblich ist, der die ‚Gebärmutter‘ des Kosmos ist. Und er fühlt sich nicht wirklich chaotisch an sondern eher wie ein Raum, auch wenn es Raum nicht wirklich trifft, in dem alles potentiell enthalten ist:
Das Schöpferische Meer, Unendlichkeit, Dimensionen, alles, was ist und was nicht ist. Alles noch halbwegs Vorstellbare und alles, was sich weit jenseits unseres Vorstellungsvermögens befindet.
Und diese Dunkelheit ist nährend, Geborgenheit gebend, schützend, wild, bewegt, kreativ, Stille und Frieden. Ich kann mich in ihr bergen und ihren Herzschlag hören. Das alles steht der Embryonalentwicklung und dem Erleben im Mutterleib sehr nahe.

Wie heisst es in der Bibel? Wir sind nach Gottes Ebenbild geschaffen. Was nun, wenn wir von und nach dem Ebenbild der Göttlichen Mutter geschaffen sind? Ohnehin viel naheliegender als aus dem Kopf eines Gottes entsprungen oder aus Lehm und einer Rippe geschaffen zu sein.

Warum aber ist das wichtig – geometrisch, kosmisch, kosmometrisch?

Strassburger Rosette

          Strassburger Rosette

Schauen wir auf die Strassburger Rosette.
Die Farben der Rosette entspringen aus der Dunkelheit. Die Dunkelheit zeigt ihr Licht und ihre Farben.

Alles ist in der Dunkelheit enthalten.

Der fünfstrahlige Stern ist ein Symbol der Göttin.
Venus und Erde weben es in 8 Jahren mit ihrem Lauf um die Sonne.
Der Apfel ist ein Symbol der Göttin.

Durchschneiden wir ihn waagerecht, sehen wir in ihm den fünfstrahligen Stern.

Der Apfel steht für die dreifaltige Göttin. Werden / Wachsen, Befruchtung / Reifen, Vergehen/Wandlung und Wiederkehr.
Die Bilder und Wahrnehmungsebenen, die ich bekomme, sind, dass als erstes diese fruchtbare Dunkelheit war.
Aus dieser Dunkelheit formten und formen sich unentwegt Lichtpunkte.
Aus diesen Lichtpunkten formen sich Schöpfungsfelder, geometrisch, farbig und klingend in fortwährendem Wandel und sich spiralförmig entfaltend; multidimensional.
Hellsichtig und energetisch betrachtet ist die Strassburger Rosette eine sich drehende expandierende Spirale.

Sie ist Schöpfungsfeld und Herzchakra.

Sie symbolisiert und ist lebendige Darstellung des Herzraumes der Göttlichen Mutter.
Sie ist ein geometrisches Farbenspiel.
Sie ist das Tor des Lebens und das Tor zur Auferstehung und Wandlung.
Sie ist Liebe, Energie, Natur, Fruchtbarkeit, Schöpfungsspirale.
Sie zeigt, wie aus der Dunkelheit ein Stern und aus einem Stern viele werden.
Sie zeigt die Mutter und ihre Kinder.
So erlebe ich auch unsere kosmische Geburt als Geburt eines geometrischen Schöpfungsfeldes.
Und die sich bewegende Spirale bewegt und entrollt sich mit all ihrem Potential durch unsere gesamte Inkarnationslinie.
Das kann auch als kosmische Schlange gesehen werden.
Anders als in dem oben zitierten Schöpfungsmythos war die Schlange in noch älteren Schöpfungsgeschichten ein Symbol für die Göttin, die sich, ähnlich wie der Mond, in ständigem Wandel befindet und die sich häutend für Geburt und Wiedergeburt stand.
Wir können uns damit wieder verbinden und die werden, die wir von Anfang an waren, sind und sein werden.

Auch wenn wir das vorübergehend vergessen haben.

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Das Dunkle inmitten von Dunkelheit,

das Tor zu allem Geheimnis.

Tao te king 1